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Es geht auch entspannt! Warum sind Hunde an der Leine aggressiv?

Warum sind Hunde an der Leine aggressiv? 



Früher wurde häufig behauptet, dass der Hund sich an der Leine stark fühlt oder
seinen Besitzer beschützen möchte. Heute weiß man allerdings, dass die Leinenaggression ganz andere Ursachen hat. Unsere Hunde sehen sich immer wieder folgender Situation ausgesetzt: Auf einem schmalen Weg kommt ihnen ein Mensch mit einem ebenfalls angeleinten Hund entgegen. Würden sich die beiden Hunde im Freilauf begegnen, würden beide wahrscheinlich erst einmal stehen bleiben oder
in einem Bogen aneinander vorbeigehen. Das ist ihnen aber durch die Leine nicht möglich. Ganz im Gegenteil: Häufig kann man beobachten, dass der Hundehalter die Leine noch kürzer nimmt, um den Hund besser halten zu können, beziehungsweise um  einen direkten Kontakt zu vermeiden. Was passiert: Die beiden Hunde marschieren direkt aufeinander zu, was bedrohlich für das Gegenüber erscheinen
kann. Meistens kann hier auch schon ein deutliches Drohfixieren festgestellt werden. Die Hunde schauen sich an und sind nicht mehr ansprechbar. Trotz des Drohens wird von beiden weiterhin die Individual-istanz unterschritten, so dass die Hunde keine andere Wahl haben, als aggressiv zu reagieren.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es zu solch einer Ausnahmesituation im Freilauf schlichtweg nicht kommen würde, da die Hunde vermeiden würden, auf diesem direkten Wege aufeinander zuzugehen. Durch die Leine werden sie allerdings gehindert, ihre individuelle Distanz einzuhalten. So kann es passieren, dass sich die Hunde eingeengt fühlen und sich entsprechend verhalten.

 

 

Warum entwickelt sich  Aggressionsverhalten an der Leine und welche Rolle spielt der Besitzer?

Irgendwann ist immer das erste Mal: Mein Hund begegnet einem anderen Hund, der ihm nicht ganz geheuer ist, er hat Angst. Hunde haben vier Möglichkeiten, mit ihrer Angst umzugehen: Entweder sie flüchten, das wird jedoch durch die Leine verhindert. Sie erstarren, doch meistens wird der Hund durch den Besitzer weitergezogen. Sie bieten eine Aufforderung zum Spiel an, um die Situation zu entschärfen -  doch auch diese Möglichkeit ist an der Leine nur eingeschränkt möglich - oder sie reagieren mit aggressivem Verhalten. 

 

Warum wird Aggression als häufigste Strategie gewählt?

Warum wird Aggression als häufigste Strategie gewählt? Dies ist ein Lernprozess des Hundes. Er hat gelernt, durch Aggression zum Erfolg zu kommen. Der andere Hund nähert sich nicht weiter
beziehungsweise das andere Hund-Halter-Team weicht dem bellenden Gespann lieber aus. Sprich: Aggression bringt die gewünschte Distanz. Eine nicht zu vernachlässigende Komponente bildet das andere
Ende der Leine. Häufig kann man beobachten, dass die Besitzer des aggressiven Hundes mit ihm schimpfen oder versuchen, das unerwünschte Verhalten abzubrechen.

 

Der Hund kann das Verhalten seines Besitzers auf zwei Möglichkeiten verstehen:

1. „Meine Mama bellt mit, demnach liege ich wohl richtig.“

Hunde tun nur das, was sich lohnt. Eine Art von Belohnung
für den Hund ist Aufmerksamkeit. Hierbei ist dem Hund erst einmal egal, ob die
Aufmerksamkeit des Besitzers in Form von netten Worten oder in Form von
Beschimpfungen kommt. Schimpfen ist besser als keine Aufmerksamkeit, demnach
belohnt der Besitzer das Verhalten.

 

2. „Oh je, jetzt hat meine Mama auch schon schlechte Laune und ich muss mich auch noch vor ihr fürchten.“

Der Hund hat sowieso schon Angst aufgrund des anderen Hundes, nun macht ihm der Halter zusätzlich noch Stress. Was passiert beim nächsten Mal? Der Hund hat mehr Angst, da ihn nicht nur der andere Hund beunruhigt sondern auch die schlechte Laune des Halters verunsichert - ein Teufelskreis beginnt.

Trägt der Hund ein Halsband ohne Stopp, ein Stachelhalsband oder gibt ihm der Besitzer Leinenrucke, hat der Hund zu der Angst noch körperlichen Schmerz, beziehungsweise er bekommt keine Luft mehr.

Stellen Sie sich vor, Ihnen würde bei jedem Menschen, dem Sie begegnen, die Luft genommen -
nun wissen Sie, wie es Ihrem Hund geht. Der entgegenkommende Hund wird demnach zum Signal für
körperlichen Schmerz, auch hier gerät der Hund wieder in einen Teufelskreis, er hat bei jeder nun folgenden Begegnung mehr Angst.

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